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Ulmer Wünsche fliegen ins All

Welche Wünsche und Vorstellungen hast du für die Welt in 50 Jahren? Am 8. Dezember 2017 führte eine eintägige Exkursion drei Schülerinnen des Neigungskurses Bildende Kunst des Scholl-Gymnasiums zum DLR, der Deutschen Luft- und Raumfahrt nach Köln. Das Ganze basierte auf einer Einladung, denn die Schülerinnen hatten an einem Wettbewerb der „Stiftung Lesen“ teilgenommen: „Wie stellen sich Schüler die Welt in 50 Jahren vor?“

 Auf diese Frage antworteten deutschlandweit ca. 8000 Jugendliche. Eine Gruppe des Scholls wurde ausgewählt und durfte zum Erlebnistag Raumfahrt nach Köln reisen. Dort wurde die Zeitkapsel präsentiert, in der eine DVD mit all den eingesendeten Texten, aber auch verschiedene Gesteine, ein Papierflieger von nur 1cm Größe, zwei Sonnenuhren im Miniaturformat von Praktikanten des DLR und ein kleiner Modell-Delorian. Zurück in die Zukunft lässt grüßen. Und tatsächlich soll die Zeitkapsel mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst ins All zur ISS und mit ihm wieder zurück auf die Erde. In Bonn wird die Zeitkapsel dann die nächsten 50 Jahre ausgestellt, um 2018 geöffnet zu werden. Dann werden die Texte ausgestellt. Derzeit können die Texte auf der Homepage des DLR nachvollzogen werden.

 

Der Besuch des DLR zeigte uns, wie komplex das Thema Raumfahrt eigentlich ist. Es geht dabei nicht nur um  Astronauten oder um  ein paar Satelliten, die wie von Zauberhand Arbeiten im All verrichten, die für Laien nur schwer verständlich sind. 

Es geht auch um Organisation, präzise Technik und die Erarbeitung optimaler Trainingsprogramme für Astronauten. Letztere wurden im „envihab“, der psychologisch-soziologischen Forschungseinheit des DLR, vorgestellt. 

 

Besonders beeindruckt haben hier die Kurzarm-Zentrifuge, die einem das Gefühl gibt, bei hoher Umdrehungszahl zu stehen, obwohl man eigentlich liegt und ein Experiment zum Thema Muskel- und Knochenabbau bei Bettlägerigkeit und Aufenthalten im Weltall. 

Der Effekt ist der Gleiche: Wenn der Mensch sich nicht gegen Widerstände wie die Gravitation bewegen kann oder sich gar nicht bewegt, baut er Muskel- und Knochensubstanz ab. Die Auswirkungen auf den menschlichen Körper werden im „envihab“ in einer 30 bzw. 60-tägigen Studie untersucht, bei der die Probanden die ganze Zeit liegen müssen. Durch die Besichtigungen vor Ort konnten wir einiges Spannendes entdecken, was wir ansonten nur im Internet hätten sehen können, beispielsweise bei der Besichtigung der Trainingshallen der ESA mit maßstabsgetreuen Nachbauten von Teilen der Raumstation ISS, die so eng waren, dass jedem deutlich wurde, warum insgesamt immer nur sechs Personen sich dort aufhalten können.Faszinierend war auch das 10 Meter tiefe Tauchbecken und das Modell einer Forschungseinheit im Maßstaß 1:20 im Foyer des MUSC, dem Kontrollzentrum für Projekte wie die ISS und Rosetta. Auf der Exkursion konnte durch die Begeisterung von Raumfahrtexperten ein völlig neues Gebiet erschlossen und gleichzeitig alles rund um die Zeitkapsel erfahren werden, die mit unserem Text dieses Jahr ihre große Reise antreten wird. 

 

Wir freuen uns schon darauf, in 50 Jahren unseren Text mit all unseren Wünschen zu lesen und vor allem zu überprüfen, ob unsere Wünsche und Vorhaben Wirklichkeit geworden sind.

Lilli Hopp und Sarah Blatz, KS2